Refreshing Memories

Wer mich kennt, weiß über meinen schweren Depressionen, meiner Misanthropie und meinen Ticks Bescheid. Was in diesem neuartigen Medium namens Internet vielleicht nicht immer so richtig übermittelt werden kann, da der reine Text wenig Emotionen und Betonungen überliefert, wird teils in der Realität zu einem Problem. Nun war dieses Jahr auch nicht besonders leicht für mich gewesen, es zerrte an meinen Nerven und der Belastung. Erst diese zwischenmenschliche Konflikte und dann die Arbeitssituation. Das Gefühl zu haben in einem Umfeld zu sein, im welchen man weniger Wert ist als der Dreck unter dem Fingernagel und dies täglich verstärkt zu spüren, hat ja dieses Jahr mein Selbstwertgefühl stark knicken lassen. Nun bin ich mit meiner Art und meinen Gefühlen zum 35C3 nach Leipzig gefahren. Eigentlich war es vorprogrammiert, dass ich dem Reizen nicht standhalten könnte und ich am Ende doch noch eskaliere. Doch dieser Blogbeitrag spricht davon wie sehr ich mich irrte.

Vorwort

Eigentlich war ich die letzten Jahre bei einem Assembly, welcher von Freunden aufgebaut wurde. Da es dieses Jahr jedoch ungemütlicher als zuvor wurde und ich keine Energie mehr übrig hatte dem Standzuhalten, knarschte es gewaltig und jeder ging seine Wege. Nun habe ich mich der Warpzone angeschlossen, welch in meiner Zeit im Münsterland zuflucht vor der Isolation gewährte. Dazu muss ich kurz vom Thema ablenken und auf etwas anderes zusprechen kommen. Ich bin kein Hacker, technisch interessiert, seltsam, anstrengend, habe ein merkwürdigen Humor und eine wirre Sicht auf die Welt. Ich war der Hoffnung, dass ich im Münsterland als Mittelhesse mit Bekannten und Freunden dort ein Leben aufbauen könnte. Jedoch blieb es die meiste Zeit Stumm und ich verbrachte viel Zeit in meiner Wohnung. Ich bin kein kontaktfreudiges Wesen und als ich von der Warpzone hörte war ich kurzweilig interessiert. Mein Problem war damals, dass es mich sehr viel Energie und Mut gekostet hat, die 40km auf mich zu nehmen, nach Münster zu fahren und dort diesem Verein ein Besuch abzustatten. Doch die Waprzone nahm mich gut auf und ich danke hierfür sehr. Dies war mein erster Versuch meinerseits mit Menschen in Kontakt zu treten und dies seit ewigen Jahren, ich nahm dies wohlwollend auf. Nun war die Warpzone für mich nicht nur ein Hackspace, sondern auch wie ein zweites zuhause. Wozu alleine Daheim idlen und kochen/backen, wenn ich dies auch dort machen könnte? Ich verbrachte dort gerne Zeit, etwas zu machen, mit Leuten zu sprechen oder einfach nur auf dem Sofa zu hocken um des rum hockens willen. Ich vermisse tatsächlich diese Aktivitäten dort. In der Warpzone habe ich neue Kontakte geknüpft, sowas wie Freundschaften aufgebaut oder einfach eine weitere Peer-Group um sich zu haben. Für all dies danke ich diesem Hackspace und allen welche die Warpzone gestalten. Mir bedeutet dieser Verein tatsächlich viel und ich vermisse es dort einfach aufzuschlagen. Ich vermisse die Mitglieder und Veranstaltungen. So sehr es jetzt wohl Reibungen entstehen, möchte ich mich bei jedem der den Verein gestaltet und ausmacht bedanken, dass nicht nur ich am 35C3 teilnehmen konnte, eine Homebase hatte, sondern dass ich Zwei wichtige Wesen in meinen Leben zum Congress zum erstenmal mitnehmen konnte. All dies wäre ohne diesem Hackspace nicht möglich und zugleich eine stark düstere Zeit im Münsterland gewesen.

Zum Schluss bleibt da nur noch zusagen,

Lÿbe Warpzone, bitte bleib uns lange bestehen und sei für lange Zeit ein Ort für Wesen, welche gerne ein Teil von dir sind.

Welcome

Nun bin ich mit meiner dies jährigen Geschichte auf dem 35C3 gelandet und was muss ich sagen? Es war ein grandioser Abschluss des Jahres. Ich war froh nach solch langer Zeit die Zonis zu sehen und mit dennen Spaß zu haben. Ich war ebenso froh die anderen Hackspaces zubesuchen und deren Mitgliedern Hallo zu sagen. Der Congress hat sich selbst übertroffen und hat eine ganz eigene Welt erbaut. Chaos West hat eine nicht kleine Bühne aufgestellt und damit mehr Talks ermöglicht. Die Hallen waren voll gepackt mit interessanten Assemblies und erneut habe ich es nicht geschafft zu den Lockpickern zu gehen. Meinen x230 wollte ich eigentlich auch ein Coreboot spendieren. Dafür hatte ich dieses Jahr viele Gespräche geführt. Leute die mich unbedingt kennenlernen wollten, Leute die mich kennen aber nie persönlich trafen, oder Leute die mich seit langem nicht mehr gesehen haben. Als das klischeehafte Sinnbild eines mürrischen und grimmigen Hessen, zauberte dies mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich wurde von Freunden herzlichst begrüßt, von Wesen stürmisch überrannt und umgeschmissen, nicht mehr los gelassen und freudig erwartet. Tag 0 warf dann das ganze Jahr um. Wesen trafen sich mit mir und sprachen bis zum Sonnenaufgang, während um uns teils die Leute schliefen. Ich lernte Vereine Spaces kennen, welche sich in meiner geografischen Nähe befinden. Für mich war der 35te Chaos Communication Congress in der Priorität die Communication. Eigentlich wollt ich Talks sehen, hatte eine Bastelkiste dabei und der C3 Countdown hat auch mal ein Update verdient. Zu alldem kam ich nicht. Dafür bewegte ich mich durch einen verlassenen Grenzposten mit dranhängender Bar und genoss ein postapokalypstisches Ambiente, während ich meine Mate trank. Hockte am binären Lagerfeuer der Haecksen, warf Sticker in deren Kohlegrill, tanzte zu elektronischer Musik, lies mir Tassen mit meinen Motiven bedrucken, schlenderte durch die Küche auf der Suche nach einem Wasserkocher und genoss etwas Wärme am Kamin, im welchen der Switch brannte, im Wohnzimmer der der Wikipaka WG. Immer in der nähe befand sich die Slushmaschine des Bimsel Assemblies und zwischen alldem fuhren Kanus, Getränkekisten, Gokarts, Hoverboards und Schlitten rennen. Die Kinder erhielten ihren eigenen Stadtteil und im Teezelt konnt man sich etwas ausruhen. Nachts oder beziehungsweise zur frühen Stunde konnte man zwischen den Assemblies huschen und Fotos machen, da sich dann wenige Menschen befanden und man nicht in die Gefahr lief, irgendjemanden zu fotografieren. Außer bei einem Foto, welches ja unwissentlich von Zwei Freunden gephotobombed wurde. Der Congress begrüßte einen mit einer Antifa und Hambi bleibt Flagge. Man lief vielen nicht typischen-Hacker-Dudes™ entgegen und im ganzen war meine persönliche Erfahrung sehr flauschig. Zumindest habe ich mich in dieser Welt sicherer, wohler und zugehöriger gefühlt, als das restliche Jahr im Alltag. Ich musste mich nicht fürchten verbal oder körperlich angegriffen zu werden, was zu einen größeren Selbstbewusstsein führte. Da kommt man auch mal aus sich raus. Klar ist, es gibt noch Potential und das ein oder andere kann man verbessern, aber hierfür wurde ich bereits von mehreren Stellen angesprochen mitzumachen, sich zu beteiligen und ich bin gewillt einer Planung oder Orga beizutreten, bzw. mit anzupacken. Apropo anzupacken. Ich war ja bis zum 31ten in Leipzig und da ich sonst den Abend und die Nacht alleine verbracht hätte, entschied ich mich mit abzubauen. Ich habe nichts großartiges vollbracht, aber Sechs Stunden verbrachte ich doch noch mit dem Abbau. Beim abbauen lernte ich auch ein Wesen kennen, mit welcher ich für etwas Ordnung sorgen konnten. Wir wurden von den Engeln dazu verdonnert Pause zu machen und in den Himmel zu gehen um zu essen, damit wir gestärkt weiter machen konnten. Für den nächsten Congress muss ich mir ernsthaft mehr Zeit nehmen und mit anpacken.

Alles muss raus!

Sehr erfreulich fand ich, dass alles was ich für die Teilnehmer mitbrachte, auch losgeworden bin. Da ich noch kurz vor dem Congress mich in die Küche hockte und backte wie ein Wahnsinniger, waren so einige Kekse unterwegs. Erfreulicherweise sind auch alle vermampft worden. Ich danke auch Xor für die Keksform der Fairydust. Du hast einige Leute damit sehr glücklich gemacht. Die Katzenörchen, welche ich kurz vor dem Congress zusammen bastelte, waren soweit auch beliebt, manche haben noche BesitzerInnen gefunden. Ebenfalls kamen die Sticker gut an. Besonders beliebt waren die Ada Lovelace Sticker und Anstecker. Diese sind quasi innerhalb eines Tages alle verteilt worden. Ich konnte noch ein Wesen soweit glücklich machen, als diese mich auf den Anstecker an meiner Tasche ansprach und wo man die erhalten könne, da egal wo sie schaute, alle weg waren. Zum Glück hatte ich noch einen letzten dabei und konnte diesen überreichen, was mit einen Freudenstrahlen beantwortet wurde. So einfach kann man Wesen glücklich machen. Auch die Haecksen nahmen gerne zur Dezentralenverteilung die Sticker entgegen, weswegen ein kurzer Kontakt entstand, im welchen ich die Vorlage der Sticker weitergab und zu gleich auf eine Idee brachte.

Updates!

Ich wollte so vieles auf dem Congress machen, aber hatte die Zeit erst danach. Zuerst habe ich an https://c3.elektroll.art gearbeitet und ein update spendiert. Um der Vielfalt an Bildern gerecht zu werden, musste ich mehr Javascript einbauen. Dies ist unschön, weil eigentlich war der Plan weniger bis keines zu benutzen. Da ich aber das Problem erhielt, dass bei zu vielen Bildern der Browser nach zu viel CPU Leistung gierte, war es sinniger doch mal etwas mehr optimieren zu müssen. Des weiteren blendet der Countdown nun 29 Aktuelle Bilder vom 35C3 an. Zusätzlich habe ich den Bot von meinen Mastodon Account abgespalten. Der Countdown ist nun unter @c3countdown@ruhr.social zu finden. Die Fotografien sind dieses Jahr mit 110 Bildern auf Fünf Galerien aufgeteilt, welche bis zum 5ten Januar publiziert werden. Im repo sind bereits alle Bilder mit den Raw Files up. Zusätzlich wurde ins Repo ein Ordner namens Print gepackt. Diesen Gedanken erhielt ich, als ich im Gespräch mit den Haecksen zum Austausch der Grafik kam. Wieso sollte ich nur die Grafik teilen, wenn ich die Printfertige PDF bereits habe? Ergo lade ich in den Ordner alles hoch, was ich an Stickern erstellen werde, sobald ich mit der Verarbeitung fertig bin. Da mir das aktuelle Design des C3s sehr gefällt, werde ich vorerst bei diesem Design auf meinem Blog bleiben, bis zur nächsten Chaos Veranstaltung, an welcher ich teilnehmen werde.

Fazit

Wenn ich den Congress so zurück anschaue, muss ich sagen es war alles etwas anders. Ich bin angespannt nach Leipzig gefahren und ich habe über die Tage meine Depression vollkommen vergessen. Ich wäre wohl noch glücklicher, wenn ich nicht mit einer Erkältung rum liegen würde. Was wäre aber ein Congress ohne irgendeiner Seuche? Ich habe vieles erlebt, mit vielen gesprochen und ausgetauscht. Ich habe so einiges mit genommen. Das ein oder andere war eher negativ. Diebstähle, Vandalismus und darauf zu pfeifen, dass Engel und Freiwillige den Mist naher weg machen müssen. Die Laute Musik an so vielen Assemblies war auch eher störend. Das es viele kleine Bühne gab um Vorträge zu halten, war wiederum sehr Nett. Die Chaos West Bühne bot nicht nur Vorträge, sondern wunderbare Momente mit Musik von den Haecksen. Dies war tatsächlich angenehm, da diese nicht laut war und sich ins Ambiente gut einbrachte. Abends bzw. Nachts war die Musik auf der Chaos West Bühne leider zu laut. Ich konnte mich mit meinem Nachbaren nicht mehr unterhalten. Hierfür müssen wir eine alternative finden, besonders weil die Partys der Chaos West Bühne, bessere Musik als die Lounge bot. Im ganzen wurde das CCL und die Messe wunderbar ausgefüllt und es ist noch viel Potential vorhanden. Da geht noch was. Nein ich meine nicht Größer, ich meine Besser. Ich war mit dem 35C3 sehr zufrieden und ich liebe es, mein Auto an der Messe stehen lassen zu können und meine Pendelein mit der Tram zu erledigen. Jetzt kann ich mich endlich hin hocken und endlich die vielen Talks schauen. Eigentlich sollte ich in der Pongression sein, diese schiebe ich vor mir her, wie zuvor meine Erkältung. Man könnte meinen, für mich sei es noch nicht vorbei, da ich kreativ an Projekte und Ideen ran gehe, bastle und hacke. Schließlich ist ja bald Camp und daran wollt ich dieses mal unbedingt teilnehmen.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: Danke. Danke an alle Teilnehmer, an alle Engel, an Alle die den Congress gestaltet haben und die klare positionierung des CCCs.

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